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14. Bastelabend

Vorab eine kleine Erklärung als Antwort auf einige Mails, die uns in der Zwischenzeit erreicht haben:
Ja, wir leben noch... und ja, wir bauen noch an der Hermine weiter... aber es war Sommer und Fahrsaison. Eine Zeit, in der wir naturgemäß eher auf Veranstaltungen oder beim Grillen zu finden sind, als im dunklen Keller beim Basteln. Dazu kommt dann noch, dass wir mit dem Bauabschnitt, der jetzt folgt, eine längere Planungs- und Versuchsphase hinter uns haben, die an den wenigen Bastelabenden nicht immer brauchbare oder berichtenswerte Ergebnisse hervorbrachte.

Aber jetzt geht es hier endlich wieder weiter mit dem Bau der Ruderanlage. Diese wird bei uns in Form der häufig angewendeten Doppelruderanlage ausgeführt.
Als erste Teile haben wir die 2 Ruderkoker hergestellt. Diese bestehen aus 8mm Alu-Rohr, welches mit 3mm durchbohrt und zusätzlich im unteren Bereich auf 6mm aufgebohrt wurde, um O-Ringe zum Abdichten und Lagern aufzunehmen. Da die Ruder eine 2mm-Welle erhalten sollen, wurde im oberen Teil noch ein 5mm langes Messingrohr 3x2,1mm eingepresst und verklebt. Unter diesem Röhrchen verbleibt dann bis zu den O-Ringen noch eine Fettkammer zur endgültigen Abdichtung der Welle.
Diese Konstruktion haben wir deshalb gewählt, weil Binnenschiffe sehr oft voll abgeladen fahren und dadurch der obere Rand des Kokers (weil wir ja noch eine Anlenkung brauchen) nicht mehr sicher oberhalb des Wasserspiegels liegt.

Als nächstes ging es nun an den Bau der Ruderblätter selber. Diese wurden aus Messing gelötet und bestehen aus folgenden Teilen: Die obere und untere Endscheibe wurden jeweils aus 0,8mm Messingblech hergestellt, diese beiden sind mit 2 Achsen verbunden, die aus 2mm Messingdraht (hinten) bzw. 3x2,1mm Messingrohr (vorne) bestehen, darum wurde das eigentliche Ruderblatt aus 0,3mm Messingblech gelötet.
Die Endscheiben werden ausgesägt und mit den Bohrungen für die beiden Achsen versehen. Danach werden die beiden Achsen dann abgelängt und mit den Platten verlötet. Die Lötstellen sollten zumindest an den Seiten dann ganz flach angeschliffen werden, damit die Außenhaut des Ruders auch wirklich an den Achsen anliegt. Die vordere Achse ist als Rohr ausgeführt, da hier später innen die Stahlwelle angebracht wird. Die hintere dient nur zum Spreizen der Außenhaut. Zu beachten ist auch, dass die beiden Endscheiben und die Achsen exakt winklig verlötet werden, da sonst das 0,3mm Blech nicht wirklich darum passen wird.
Nun wird die Außenhaut ausgeschnitten und mittig einmal "gefaltet". Diese Biegung sollte mit einem Radius von etwa 0,8mm erfolgen und nur bis auf etwa 10 Grad zusammengedrückt werden. Dieses Teil wird nun von vorne um die Achsen zwischen den Endscheiben gelegt und so ausgerichtet, dass es an der Vorderkante bündig mit den Platten liegt. Nun wird am hinteren Ende die exakte Länge angezeichnet und die Außenhaut auf dieses Maß zurückgeschnitten. Nun wird das äußere Blech hinten mittels (Holz-)Wäscheklammern zusammengedrückt, wodurch sich das Blech sauber um die beiden Hilfsachsen legen und das typische Profil ergeben sollte. Jetzt wird mit einem ausreichend starken Lötkolben (Das Ganze nimmt sehr viel Wärme auf) das Blech zwischen den Endscheiben verlötet. Hierbei sollte man darauf achten, dass die Lötnaht dicht wird, damit später kein Wasser ins Ruderblatt eindringen kann. Alternativ kann man das Blatt auch noch mit einem dünnflüssigen Harz füllen, dann hat Wasser keine Chance mehr...
Nun wird noch ein ausreichend langer Stahldraht mit einem Durchmesser von 2mm abgeschnitten und unten bündig in das Rohr eingeführt und verklebt. Jetzt wird zur Sicherheit das Ruder noch durch Außenhaut, Rohr und Welle mit 0,85mm durchbohrt und ein Splint aus 0,8mm Messingdraht eingeklebt.

Damit ist das erste Ruderblatt fertig... Aber wir brauchen ja 2...
Im nächsten Bericht widmen wir uns dann dem Einbau der Ruderanlage in den Rumpf.

Für alle Nachbauinteressierten gibt es hier als Download die Konstruktions- sowie die Einbauzeichnung. Auf den ersten Blick vielleicht unübersichtlich, aber beim Bau gibt sich das alles...

Kontruktionszeichnung (26,1 Kb)
Einbauzeichnung (25,9 Kb)

056 Die Einzelteile zum Ruderbau.
057 Links das "Ruderskelett", daneben die Außenhaut aus 0,3mm Messingblech.
058 Zusammenlöten mit verschiedenen Hilfsmitteln...
059 Zwei fertige Ruder, bereits verschliffen. Dazwischen liegt ein Ruderkoker, bei dem man aus dieser Sicht die Aufnahme für die beiden O-Ringe sieht.

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